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Terminsergebnis

Datum: 28.09.2015

Kurzbeschreibung: Strafverfahren vor der 11. Großen Jungendkammer des Landgerichts Mosbach am 28.08.2015 um 9.00 Uhr, am 07.09.2015 um 9.00 Uhr, am 24.09.2015 um 13.30 Uhr, am 28.09.2015 um 9.00 Uhr wegen versuchten Mordes, Gefangenenmeuterei und gefährlicher Körperverletzung

Der Angeklagte wurde wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren verurteilt.

Der Haftbefehl des Amtsgerichts Mosbach blieb nach Maßgabe der Verurteilung vom heutigen Tag in Vollzug.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Verhängung einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 3 Monaten wegen versuchten Mordes beantragt

Der Verteidiger hatte die Verhängung einer Jugendstrafe und deren Aussetzung zur Bewährung beantragt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Anlage

Pressemitteilung vom 18.08.2015

Die Staatsanwaltschaft Mosbach wirft dem 21-jährigen Angeklagten Folgendes vor:

Um die Machtfrage in der JVA Adelsheim zu klären, sei es am 20.08.2014 kurz vor dem Ende des Hofgangs zwischen zwei rivalisierenden Gruppen von Gefangenen zu einer zunächst verbalen und, wie von den Gefangenen beabsichtigt, zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, an der sich mindestens 17 Gefangene beteiligt hätten. Zunächst sei es 7 Justizvollzugsbeamten, die ebenfalls körperlich attackiert worden seien, gelungen, einige Mitglieder beider rivalisierender Gruppen festzuhalten, am Boden zu fixieren und diese so von weiteren Gewalttätigkeiten abzuhalten. Daraufhin hätten sich der Angeklagte und weitere gesondert verfolgte Gefangene entschlossen, Mitglieder jener Gruppe, mit der sie sympathisiert hätten und deren Anführer der Angeklagte gewesen sei, in Verletzungsabsicht mit körperlicher Gewalt und aus den Händen der Vollzugsbeamten zu befreien. Einem Vollzugsbeamten, der einen Gefangenen nicht habe loslassen wollen, habe der Angeklagte deshalb unter Geschrei angekündigt, ihn totzuschlagen, wenn er einen Stein in der Hand hätte. Zwar hätten zu Hilfe eilende Beamte den Angeklagten umklammert, dennoch sei es dem Angeklagten gelungen, einen weiteren Beamten mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Kurze Zeit nachdem es dem Angeklagten gelungen sei, sich aus der Umklammerung der Beamten zu loszureißen, habe der Angeklagte auf den Beamten, dem er bereits angekündigt gehabt habe, ihn totzuschlagen, mit der Faust derart heftig gegen den Kopf geschlagen, dass der Kopf des Beamten zur Seite geschleudert worden und der Beamte gestürzt sei. Danach habe der Angeklagte dem nun auf dem Rücken liegenden Beamten mit Schwung und mit dem Fuß gegen die linke Schläfe und das linke Auge getreten, um seine Ankündigung, ihn totzuschlagen, mit Tritten in die Tat umzusetzen. Nur weil der Angeklagte von zwei zu Hilfe gekommenen Beamten festgehalten worden sei, sei es dem Angeklagten nicht gelungen, weitere Tritte gegen den Kopf des auf dem Boden liegenden Beamten zu platzieren und ihn aus Rache für dessen amtspflichtgemäßes und rechtmäßiges Einschreiten zu töten. Der Beamte, den der Angeklagte mit Fußtritten gegen den Kopf traktiert habe, habe ein Schädel-Hirn-Trauma 1. Grades, Platzwunden, Prellungen und Hämatome im Kopf- und Wirbelsäulenbereich davongetragen. Der Beamte habe sich 3 Tage in stationärer Behandlung befunden, sei anschließend noch eine Woche arbeitsunfähig gewesen und leide seither an einer posttraumatischen Störung.

Der Angeklagte habe sich eines versuchten Mordes in Tateinheit mit Gefangenenmeuterei und gefährlicher Körperverletzung in 2 tateinheitlichen Fällen strafbar gemacht.

Der Angeklagte befindet sich aufgrund Haftbefehls des Amtsgerichts Mosbach seit dem 06.03.2015 in Untersuchungshaft in der JVA Offenburg.

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Die 1. Große Jugendkammer ist mit dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Haas, zwei Berufsrichtern und 2 Schöffen besetzt.

Der laut Anklage verletzte Vollzugsbeamte ist Nebenkläger.

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