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Terminergebnis

Datum: 14.12.2015

Kurzbeschreibung: Strafverfahren vor der 11. Großen Jugendkammer des Landgerichts Mosbach am 14.12.2015 wegen versuchten Totschlages u.a.

Der Angeklagte wurde wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in 5 tateinheitlichen Fällen zu der Freiheitsstrafe von 8 Jahren verurteilt.

Die Anordnung der Sicherungsverwahrung wurde vorbehalten.

Die Strafe ist in einer sozialtherapeutischen Einrichtung zu vollziehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Verhängung einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren beantragt.

Die Verteidigung hatte die Verhängung einer Jugendstrafe beantragt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verurteilte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Die Staatsanwaltschaft Mosbach warf dem 20-jährigen Angeklagten Folgendes vor: 

Um die Machtfrage in der JVA Adelsheim zu klären, sei es am 20.08.2014 kurz vor dem Ende des Hofgangs zwischen zwei rivalisierenden Gruppen von Gefangenen zu einer zunächst verbalen und, wie von den Gefangenen beabsichtigt, zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, an der sich mindestens 17 Gefangene beteiligt hätten. Zunächst sei es 7 Justizvollzugsbeamten, die ebenfalls körperlich attackiert worden seien, gelungen, einige Mitglieder beider rivalisierender Gruppen festzuhalten, am Boden zu fixieren und diese so von weiteren Gewalttätigkeiten abzuhalten.

Während dieser Zeit hätten der Angeklagte und andere gesonderte verfolgte Gefangene auf einen Mitgefangenen der rivalisierenden Gruppe eingeschlagen. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung habe der Angeklagte versucht, jenen zu Boden gegangenen Mitgefangenen zu treten. Wenig später habe der Angeklagte einen weiteren auf dem Boden liegenden Mitgefangenen der rivalisierenden Gruppe getreten, während andere gesonderte verfolgte Gefangene diesen geschlagen hätten. Anschließend habe der Angeklagte einem Justizvollzugsbeamten kraftvoll mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Danach habe der Angeklagte wuchtig mit dem Fuß gegen den Körper eines bereits gefesselten Mitgefangenen der rivalisierenden Gruppe getreten. Schließlich habe der Angeklagte einen sich auf Händen und Füßen am Boden aufstützenden Justizvollzugsbeamten mit voller Kraft in den Nacken getreten, wobei der Angeklagte davon ausgegangen sei, dass sein Tritt in den Nacken tödlich verlaufen werden.  Der Vollzugsbeamte sei besinnungslos zusammengebrochen und unbeweglich liegen geblieben.

Die 1. Große Jugendkammer war mit dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Haas, zwei Berufsrichtern und 2 Schöffen besetzt.

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