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Terminsergebnis

Datum: 08.01.2016

Kurzbeschreibung: Strafverfahren vor der 11. Großen Jungendkammer des Landgerichts Mosbach zuletzt am 08.01.2016 wegen versuchten Totschlags, Gefangenenmeuterei, gefährlicher Körperverletzung u.a.

Der Angeklagte wurde wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu der Jugendstrafe von 5 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von 8 Jahren und 6 Monaten zu verurteilen. Die Verteidigung hatte beantragt, den Angeklagten freizusprechen.

Der Haftbefahl des Amtsgerichts Mosbach vom 11.06.2015 bleibt nach Maßgabe der Verurteilung in Vollzug.

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Anlage

Terminvorschau: Strafverfahren vor der 11. Großen Jungendkammer des Landgerichts Mosbach wegen versuchten Totschlags, Gefangenenmeuterei, gefährlicher Körperverletzung u.a.

Die Staatsanwaltschaft Mosbach wirft dem 19-jährigen Angeklagten Folgendes vor:

Um die Machtfrage in der JVA Adelsheim zu klären, sei es am 20.08.2014 kurz vor dem Ende des Hofgangs zwischen zwei rivalisierenden Gruppen von Gefangenen zu einer zunächst verbalen und, wie von den Gefangenen beabsichtigt, zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, an der sich mindestens 17 Gefangene beteiligt hätten. Zunächst sei es 7 Justizvollzugsbeamten, die ebenfalls körperlich attackiert worden seien, gelungen, einige Mitglieder beider rivalisierender Gruppen festzuhalten, am Boden zu fixieren und diese so von weiteren Gewalttätigkeiten abzuhalten. Dem Versuch eines Justizvollzugsbeamten, den Angeklagten festzuhalten, habe sich der Angeklagte durch einen Schlag in Richtung des Gesichts des Vollzugsbeamten entzogen; der Schlag sei fehl gegangen. Anschließend habe sich der Angeklagte einem anderen Justizvollzugsbeamten genähert. Diesem habe er - wie beim Anstoß im Fußball - mit dem Fuß wuchtig gegen die linke Kopfseite getreten. Dabei sei es dem Angeklagten gleichgütig gewesen, ob jener Vollzugsbeamte sterbe. Dieser sei durch den Tritt auf das rechte Knie und den rechten Ellenbogen gefallen; er habe eine Hals- Wirbel-Säulen-Distorsion, eine Kniegelenksdistorsion rechts und eine Ellenbogenkontusion rechts sowie Schmerzen am Orbitalbogen erlitten. Er sei bis 04.11.2015 arbeitsunfähig gewesen und habe Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung gezeigt.

Der Angeklagte habe sich eines versuchten Totschlags in Tateinheit mit Gefangenenmeuterei, gefährlicher Körperverletzung in 2 tateinheitlichen Fällen und versuchter vorsätzlicher Körperverletzung strafbar gemacht.

Der Angeklagte befindet sich aufgrund Haftbefehls des Amtsgerichts Mosbach in Untersuchungshaft in der JVA Stuttgart.

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Die 1. Große Jugendkammer ist mit dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Haas, zwei Berufsrichtern und 2 Schöffen besetzt.

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