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Terminsergebnis

Datum: 22.03.2016

Kurzbeschreibung: Strafverfahren vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Mosbach am 07.03.2016 um 9.30 Uhr wegen besonders schwerer Brandstiftung und der Beihilfe zu einem versuchten Betrug in einem besonders schweren Fall sowie der Anstiftung zu einer besonders schweren Brandstiftung und einem versuchten Betrug in einem besonders schweren Fall

Die Staatsanwaltschaft Mosbach wirft den 43-jährigen und 56-jährigen Angeklagten Folgendes vor:

Der 43-jährige Angeklagte habe am 30.12.2014 das Einfamilienhaus seines mitangeklagten 56-jährigen Bruders in Höpfingen mittels Ottokraftstoff in Brand gesetzt. Das Haus sei durch den Brand nahezu vollständig zerstört worden. Es sei ein Sachschaden von ca. 175.000,- € entstanden. Der Angeklagte sei von seinem mitangeklagten Bruder zur Begehung der Tat beauftragt worden.

Der 56-jährige Angeklagte habe die zuständigen Mitarbeiter der Hausrats- und Gebäudeversicherung darüber täuschen wollen, dass durch den Brand ein Versicherungsfall vorliege, um sich so in den Genuss der Versicherungssumme zu bringen. Davon habe auch sein Bruder, der 43-jährige Angeklagte, Kenntnis gehabt. Die Schadenssumme, die nicht zur Auszahlung gebracht worden sei, habe ca. 410.000,- € betragen. 

Der 43-jährige Angeklagte habe sich einer besonders schweren Brandstiftung in Tatmehrheit mit einer Beihilfe zu einem versuchten Betrug in einem besonders schweren Fall, der 56-jährige Angeklagte habe sich einer Anstiftung zur besonders schweren Brandstiftung im Tatmehrheit mit einem versuchten Betrug in einem besonders schweren Fall schuldig gemacht.

Die 1. Große Strafkammer, besetzt mit dem Vizepräsidenten des Landgerichts Dr. Ganter, zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen, haben am 07.03.2016 beide Angeklagte wegen besonders schwerer Brandstiftung zu jeweils einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt.

Der Vorsitzende hatte in der Hauptverhandlung zuvor darauf hingewiesen, dass bezüglich des 56-jährigen Angeklagten statt einer Anstiftung zu einer besonders schweren Brandstiftung auch eine Mittäterschaft in Betracht komme.

Mit Beschluss des Gerichts war in der Hauptverhandlung das Verfahren auf den Vorwurf der schweren Brandstiftung beschränkt und im Übrigen eingestellt worden. 

Im Termin waren 9 Zeugen vernommen worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Verurteilung beider Angeklagter zu einer Freiheitsstrafe von jeweils 7 Jahren und der Verteidiger die Freisprechung der Angeklagten beantragt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Angeklagten gelten bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Die Angeklagten haben am 08.03.2016 Revision gegen das Urteil eingelegt.

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